Sonntag, 14. Oktober 2007

Deutschland fährt nach Österreich und in die Schweiz

Ja, gestern hat es die Löw-Elf also klargemacht. Ein 0:0 in Dublin gegen Irland reichte zur vorzeitigen EM-Qualifikation, und das erneut mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft.
Nur gehts mir ja so, dass mich die Nationalmannschaft erst bei Turnieranfang wirklich interessiert. Gestern wars z.B. so, dass ich die erste Halbzeit noch verfolgt habe, die zweite nur noch mit Musik im Hintergrund und ich dann 10 Minuten vor Schluss ausgegangen bin...und so auch "Waldis EM-Club" verpasst habe ;-) ...ach ja, wird Zeit, dass die Länderspielpause vorbei ist!

Freitag, 12. Oktober 2007

Zeit für eine Meuterei

Mit DIESEM Beitrag hat mir die Besatzung von schwatzgelb.de mal wieder aus der schwarz-gelben Seele gesprochen. Bleibt mir nix mehr zu sagen, außer: 100% Zustimmung.

Wilde Abwehr-Spekulationen

Dass beim BVB Bedarf an guten Innenverteidigern besteht, wird kaum jemand bestreiten. Kein Wunder also, dass nun in der B++d erste Spekulationen auftauchen, dass vielleicht schon in der Winterpause eine Verstärkung für die Hintermannschaft kommen soll. Die Namen, die verhandelt werden: Daniel van Buyten, zur Zeit regelmäßig Ersatz bei den Bayern, und Sotirios Kyrgiakos von Eintracht Frankfurt, der zwar dort einer der wichtigsten Spieler ist, dessen Vertrag aber im Sommer ausläuft.
Von BVB-Seite will man dazu noch keine Stellung nehmen. Wie stehen also die Chancen für einen Wechsel von einem der beiden?
Bei van Buyten siehts m.E. ähnlich wie bei Lukas Podolski aus: Er spielt zwar regelmäßig nicht, soll aber als fähiger Ersatzmann, den man im Notfall immer bringen kann, wohl eher gehalten werden. Eine Hürde für den BVB dürfte auch die hohe Ablösesumme (um die 10 Mio.) sein, die die Bayern seinerzeit an den HSV gezahlt haben. Uli Hoeneß und Rummenigge waren zumindest bis zum Frühjahr als kühle Rechner bekannt, die möglichst keine Transferverluste mit einem Spieler erleiden wollen. Deshalb dürfte höchstens eine Ausleihe in Frage kommen und auch da bin ich eher skeptisch. Wenn ich eines besseren belehrt werde, um so besser: van Buyten wäre mit Sicherheit jemand, der uns weiterhelfen könnte.

Einen Spieler wie Kyrgiakos, der nicht nur hinten sehr solide spielt, sondern regelmäßig auch als Kopfball-Torschütze in Erscheinung tritt, mithin also einer der wichtigsten Akteure bei der Eintracht ist, wird kein Verein leichtfertig abgeben. Auch hier habe ich meine Zweifel, dass in der Winterpause etwas geschehen wird, obwohl es die letzte Chance für die Frankfurter wäre, eine Ablösesumme zu erzielen. Aber deren Präsidenten (oder wie man ihn auch immer nennt) Heribert Bruchhagen kennt man eher als jemand, der sorgfältig abwägt und auch die sportlichen Aussichten im Blick haben dürfte. Zudem sollen an Kyrgiakos noch andere Vereine interessiert sein.
Würde mich also nicht wundern, wenn es bei den Spekulationen bleibt und höchstens ein dritter, weniger bekannter Mr. X den Weg nach Dortmund findet.
(Quelle: SAT 1-Videotext)

UPDATE: Wenig überraschend kam gestern die ABSAGE von Daniel van Buyten persönlich. Er wolle sich bei den Bayern durchsetzen, auch wenn er damals beim HSV eine tolle Zeit mit Thomas Doll gehabt habe.
Na ja, sich beim FC Bayern durchsetzen wollten schon einige - trotzdem natürlich zum jetzigen Zeitpunkt eine verständliche und logische Reaktion von DvB. Vielleicht klopft Michael Zorc (oder sein möglicher Nachfolger) ja im Sommer nochmal an...

Ohne 11

Elf Ausfälle hatte der BVB gestern beim TESTSPIEL in Wiesbaden gegen den Zweitligisten SV Wehen-Wiesbaden zu beklagen, von der Stammelf waren lediglich Wörns, Brzenska, Tinga, Kringe und Federico dabei. Trotzdem reichte es dank einer meist stabilen Abwehr zu einem 2:1-Sieg, die Tore erzielten Gordon und Federico. Die Partie war anscheinend ziemlich niveauarm, nach vorne ging bei Schwarz-Gelb wenig, was allerdings auch nicht verwundert, wenn der komplette Sturm ausfällt. So stürmte der 19-jährige Sebastian Tyrala als einzige Spitze. Am Ende geriet der Sieg aufgrund der anstürmenden Wehener nochmal in Gefahr.

Selber sehen konnte ich das Ganze nicht, weil mein Berliner Kabelbetreiber anstelle des HR-Fernsehens (und des SWR) lieber irgendwelche beknackten Verkaufs-Sender anbietet. Gut, viel verpasst scheine ich auch nicht zu haben.

Die Partie war übrigens das Eröffnungs-Spiel der neuen Heimstätte des SV Wehen-Wiesbaden, der "Brita-Arena". Bisher hatte der Neu-Zweitligist seine Heimspiele in Frankfurt ausgetragen, jetzt steht das in sechs Monaten (sic!) aus dem Boden gestampfte eigene Stadion. Dass es ein vergleichsweise günstiges Retorten-Produkt ist, in dem vor allem viel Stahl verbaut wurde, sieht man ihm auch DEUTLICH an.

Montag, 8. Oktober 2007

Fußball und Politik - der Fall Dejagah

Bisher habe ich mich hier äußerst selten politisch geäußert - nicht weil mich Politik nicht interessieren würde, im Gegenteil, sondern einfach weil ich denke, dass sie im Sport nichts zu suchen hat. Sport als unpolitische Völkerverständigung ist natürlich eine idealisierte Vorstellung, schließlich leben auch Sportler in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Trotzdem finde ich die 'Politik des Unpolitischen', wie sie auch die meisten Fußballverbände betreiben, richtig - das heißt natürlich nicht, dass nicht gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung im Stadion vorgegangen werden sollte. Das Leitmotiv muss imho immer keine Toleranz der Intoleranz lauten, da kann auch der Sport nicht außen vor bleiben.

Und deshalb muss ich mich zum FALL DEJAGAH äußern. Ashkan Dejagah, 21, seit dieser Saison beim VFL Wolfsburg tätig, zuvor Herthaner, hat seine Teilnahme am Länderspiel der
U 21-Nationalmannschaft in Israel abgesagt - der deutschen wohlgemerkt, schließlich hat der in Teheran geborene und in Berlin aufgewachsene Dejagah die doppelte Staatsbürgerschaft und sich für den deutschen Fußball entschieden.
Iranischen Sportlern und Mannschaften ist es von der dortigen Regierung verboten, sich im sportlichen Wettkampf mit Israelis zu messen. Ohne genauer darauf einzugehen, gibt auch Dejagah politische Gründe an. Zudem führt er sein familiäres Umfeld als Begründung an. Was er nicht sagt, ist, ob er von dort Druck bekommt oder sich vielleicht um Verwandte im Iran sorgt.

Aber trotz aller möglichen Entschuldigungen: Dejagah spielt für eine deutsche Nationalmannschaft und für einen deutschen Nationalspieler kann es nie und nimmer akzeptabel sein, aus anderen als sportlichen oder gesundheitlichen Gründen ein Spiel gegen Israel zu verweigern. Niemand sagt, dass Dejagah keine politische Meinung haben darf - obwohl ich sie ehrlich gesagt lieber nicht hören will. Aber wer aus Intoleranz gegenüber israelischen Sportlern oder auch nur aus der Verpflichtung gegenüber einem intoleranten, autoritären Regime sich selbst von der Nationalmannschaft auslädt, hat für mich keine Zukunft als Nationalspieler mehr.

Die Reaktionen der Verantwortlichen schwanken dagegen zwischen Verständnis und Akzeptanz: Während U 21-Nationaltrainer Dieter Eilts und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer die Entscheidung Dejagahs bzw. zumindest seine Begründung kommentarlos akzeptiert haben - wohl auch, weil der Spieler um Diskretion bat - hat zumindest DFB-Präsident Zwanziger seinen Unmut geäußert. Aber was soll man bitte von einer solchen Aussage halten:

Ich habe die Entscheidung des Trainers Dieter Eilts respektiert, weil er mir vermitteln konnte, dass der Spieler Gründe angeführt hat, die im privaten Bereich liegen, aber wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt.

Was denn nun? Gibt es ein Nachspiel oder nicht? Kann man die Entscheidung des Trainers respektieren, aber trotzdem Konsequenzen ziehen? Zu hoffen wärs!

UPDATE: Jetzt habe ich mir gerade nochmal den Satz von Theo Zwanziger durchgelesen und vielleicht ist er ja so gemeint, dass in diesem Fall die privaten Gründe akzeptiert werden, aber rein weltanschauliche würden es nicht. Wenigstens verstehe ichs jetzt, akzeptieren kann ich die Haltung eher nicht, weil es für mich eine Grundsatzfrage ist. Der DFB sollte lieber seinen (auch medialen) Einfluss geltend machen, um dafür zu sorgen, dass eine Gefährdung von Dejagahs Verwandten, sollte es sie denn geben, minimiert wird.

Sonntag, 7. Oktober 2007

9. Spieltag / BVB v VFL Bochum 2:1

Hart erkämpft, diese 3 Punkte, aber das ist ja momentan auch schon ein Schritt vorwärts. Diese Freitagabend-Spiele machen mir sowieso Spaß, finde ich ideal zum Wochenend-Auftakt, auch wenns diesmal nicht ganz so schön wie gegen Bremen war.

Wegen der akuten Personalnot standen am Freitag mit Njambe und Nöthe zwei Spieler aus der 2. Mannschaft in der Startelf und zeigten eine ordentliche Leistung. Ansonsten wurde Kringe wieder nach hinten rechts versetzt (für Akgün), im Mittelfeld Raute gespielt mit Kruska als Nr. 6.
Spielerisch waren beide Mannschaften von oberen Tabellenregionen weit entfernt, aber Einsatzwillen und Kampfbereitschaft waren da, zum Glück auch beim BVB. Viele Chancen gab es nicht (die BVB-SITE zählte 4:5), dann müssen eben Standards helfen. Nach einem Dede-Freistoß köpfte Wörns aufs Tor, Bochums Tormann Lastuvka konnte nur abklatschen (aber kein Torwartfehler), und Tinga schoss aus kurzer Distanz zum 1:0 unter die Latte. Verdiente und wichtige Führung.
Dortmund blieb dann zwar dran, aber Zwingendes kam in der folgenden Viertelstunde nicht bei rum. Etwas überraschend fiel in der 35. Minute der Ausgleich: Ein Bochumer Konter, bei dem vor allem Sestak die Hintermannschaft des BVB schlecht aussehen ließ, bevor Mieciel dessen Pass zum 1:1 verwandelte. Im ersten Augenblick schien der nicht ganz unhaltbar, aber Weidenfeller war die Sicht versperrt - kein Vorwurf an ihn.

Die zweite Hälfte begann ziemlich schwach von beiden Teams. Spannung gabs dann erst durch die Gelb-Rote Karte für Christian Wörns in der 58. Minute: Ein dummes Foul an Sestak; zwar durchaus im Gefahrenbereich, aber trotzdem unnötig, weil Brzenska wohl zur Stelle gewesen wäre. Allerdings wird auf der BVB-SEITE die erste gelbe angezweifelt - kann ich mich nicht mehr dran erinnern tbh.
Dass eine Dezimierung eine Mannschaft nochmal aufrütteln kann ist ja auch so ne Binsenweisheit im Fußball. Trotzdem haben aufgrund der momentanen Situation wohl nicht viele noch an einen Sieg geglaubt, aber so kam es. Nach einer abgefälschten Ecke kommt Federico aus ca. 16 Metern zum Schuss und zimmert ihn einfach rein. Zuvor war ihm mal wieder wenig gelungen - jetzt dieses schöne, entscheidende Tor.

Glücklich war der Sieg trotzdem, denn die Bochumer kamen nochmal und streiften in der Nachspielzeit mit einem Schuss noch die Latte.
Nun ist Länderspielpause und die kommt für den BVB absolut zum richtigen Zeitpunkt. Einige der Verletzten könnten danach zurückkehren, die Mannschaft wird hoffentlich wieder nen klaren Kopf bekommen und schön üben ;-) . Ob es dann bei den schwierigen Aufgaben in Leverkusen und gegen Bayern zu sechs Punkten reicht, wird sich zeigen...

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Die Reifeprüfung

Darum geht es morgen im Heimspiel des BVB gegen den kleinen Reviernachbarn aus Bochum in zweierlei Hinsicht: Zum einen steht aufgrund der personellen Situation der 19-jährige Stürmer Christopher Nöthe, bisher in Pflichtspielen ausschließlich für die 2. Mannschaft tätig, vor seinem Bundesliga-Debüt. Im durchwachsenen Test- bzw. DFL-Werbespiel bei Legia Warschau am Dienstag erzielte der Nachwuchsmann beide Dortmunder Tore zum 2:2-Unentschieden. Und da sich in diesem Spiel neben Kuba auch Nelson Valdez verletzte und morgen ebensowenig spielen kann wie die Offensivkräfte Alex Frei, Mladen Petric und Delron Buckley, dürfte Nöthe auch gleich neben Diego Klimowicz in der Startelf stehen.
Äußerst angespannte Personalsituation also weiterhin und noch verstärkt beim BVB. Hinten rechts wird vermutlich wieder Akgün für den nach wie vor verletzten Degen spielen, auch Sebastian Kehl ist noch nicht soweit. Über die Innenverteidigung rege ich mich erst nach dem Spiel (gegebenenfalls) wieder auf...

Zum zweiten ist morgen die gesamte Mannschaft gefordert, ihre Bundesligareife unter Beweis zu stellen, denn die fehlte in den letzten beiden Spielen - und das spiegelt sich ja auch in der Tabellenposition wider.
Der VFL Bochum steht nur aufgrund der besseren Tordifferenz zwei Plätze vor dem BVB und ist in den letzten Wochen auch ordentlich abgerutscht in der Tabelle. Ganz so schlecht wie zuletzt das schwarz-gelbe Auftreten waren die Bochumer aber nicht in ihrem letzten Spiel, einem 3:3 gegen Nürnberg. Auch personell sieht es weniger düster aus beim Nachbarn: An mir bekannten Spielern werden nur Meichelbeck und vermutlich Epalle fehlen.
Trotzdem: Es gäbe keine Entschuldigung, wenn es morgen die vierte Niederlage in Folge und die dritte gegen eine Mannschaft aus dem Pott geben sollte. Wichtig dürfte für einen Erfolg ein von Beginn an anderes Auftreten sein - und das Verhindern eines frühen Rückstands.
(Quellen: VFL BOCHUM, BVB)

Nicht Oscar-reif

Ganz schlechte Darbietung und zudem noch äußerst unsportlich, was sich Milans Torwart Dida da gestern im CL-Spiel bei Celtic Glasgow geleistet hat: Als gegen Ende des Spiels ein Zuschauer aufs Spielfeld rannte und im Vorbeilaufen Dida leicht am Hals berührte, sprintete der dem 'Übeltäter' erst einige Meter hinterher, um dann wie vom Blitz getroffen zu Boden zu sinken und sich außerhalb des Spielfelds behandeln zu lassen. Mannmannmann, da sind selbst die Laiendarsteller von Barbara Salesch besser. Das Kalkül wird wohl gewesen sein, einen Spielabbruch und/oder ein Wiederholungsspiel zu provozieren.

Zum Glück waren wenigstens die Verantwortlichen vom AC Milan so anständig, auf einen Einspruch gegen die Spielwertung zu verzichten. Allerdings wird morgen noch die UEFA entscheiden, ob es vielleicht trotzdem zu Sanktionen gegen Celtic kommt.
Natürlich muss das Spielfeld möglichst gut geschützt sein, trotzdem fände ich aus Gründen der Sportlichkeit eine hohe Geldstrafe oder eine Platzsperre gerechter als eine Annullierung oder andere Wertung des Spiels.

Montag, 1. Oktober 2007

Jubiläumsdesign

Nochmal Lob an die Leute von schwatzgelb.de: Die hatten zu einem Designwettbewerb für das BVB-Jubiläumstrikot aufgerufen, schließlich steht 2009 das 100-jährige Vereinsjubiläum an. Für den Verein und unseren Ausstatter Nike ist der Wettbewerb natürlich völlig unverbindlich; der Siegervorschlag soll zwar an den Klub weitergeleitet werden, aber ob er in irgendeiner Form aufgegriffen wird, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls wurde nun der SIEGER gekürt und ich finde den Vorschlag sehr gelungen, mit Ausnahme der Schnüre am Halsausschnitt - nostalgischer Schnickschnack, mit dem ich nicht so viel anfangen kann. Ansonsten würde ich aber den Verantwortlichen bei BVB und Nike raten, das ohne große Änderungen zu übernehmen. Das Design ist zwar schlicht, aber klassisch, und das dürfte gerade im Jubiläumsjahr gut ankommen.

Wir sagen nix!

Heißt jetzt etwa vom S04 lernen siegen lernen? Bekanntlich beschlossen die Blau-Weißen zur Rückrunde der letzten Saison nach internen Querelen und der 'Maulwurf-Affäre' einen Presseboykott und starteten danach einen Siegeszug, der um ein Haar zur ersten Meisterschaft nach 49 Jahren geführt hätte - wenn er nicht am 33. Spieltag gestoppt worden wäre ;-)

Ähnliches hat nun auch die Mannschaft des BVB vor. Zumindest wollen sie sich öffentlich nicht mehr äußern. Das ist das Ergebnis einer 75-minütigen AUSSPRACHE von Mannschaft und Trainer am Sonntagvormittag - hoffentlich nicht das einzige. Ohne Zweifel wird gerade in der Boulevardpresse sehr undifferenziert berichtet - da fallen dann immer so Schlagwörter wie Leistungsverweigerung o.ä. - aber ob ein 'Maulkorb' wirklich ursächlich sein kann für einen Aufschwung, wage ich zu bezweifeln. In Gelsenkirchen war es doch eher so, dass sich alle Spieler in der Rückrunde aufs Wesentliche konzentriert haben und zusammengerückt sind.

Wenn dazu ein 'Schweigegelübde' (jetzt reichts aber mal mit den blödsinnigen Vokabeln) notwendig ist - meinetwegen. In aller Regel kann man auf die Sprechblasen der Akteure - gerade nach Niederlagen - gerne verzichten. Zusätzlich müsste sich aber auch etwas bei den Ursachen der Krise tun, die ich im Spielbericht angesprochen habe. Von den Ausfällen des letzten Spieltags (damit meine ich jetzt die, die nicht mitspielen konnten) wird am Freitag wohl nur der zuletzt gesperrte Florian Kringe ins Team zurückkommen.

8. Spieltag / Karlsruher SC v BVB 3:1

Eine der wahrsten Fußball-Weisheiten ist mit Sicherheit diese: Fußball ist wie eine Achterbahn. Wie kann es sein, dass eine Mannschaft nur zwei Wochen nachdem sie Werder Bremen mit 3:0 nach Hause geschickt hat, derart am Boden liegt wie der BVB?
Diese Frage scheint mir interessanter zu sein, als jetzt nochmal im Einzelnen den Verlauf des vorgestrigen zweiten spielerischen Offenbarungseids innerhalb von fünf Tagen durchzukauen. Deshalb nur die Basics: Thomas Doll stellte auf ein klassisches 4-4-2 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern (Tinga und Kruska) um. Buckley und Federico besetzen die Außen, Kuba fungierte als rechter Verteidiger, wie schonmal in der polnischen Nationalmannschaft. Die umstrittenste Entscheidung: Kovac kehrte für Brzenska in die Innenverteidigung zurück.

Zunächst schienen die Umstellungen der Mannschaft auch defensiv Stabilität zu verleihen, aber diese anfängliche Sicherheit war trügerisch. Als die Karlsruher in Person von Bradley Carnell zum ersten Mal einen Geistesblitz hatten, ließ sich unsere Abwehr (zuerst Kuba, dann Kovac und Wörns) gleich düpieren. Der sehr schmeichelhafte Ausgleich durch Christian Wörns, der defensiv mehr und mehr zum Risiko wird, war in erster Linie dem fehlerhaften Herauslaufen von KSC-Keeper Miller geschuldet. Ansonsten ging beim BVB nach vorne so gut wie nichts. Fehlpässe en masse, Ideen gleich null.

Was ich am DIENSTAG angesprochen habe, bestätigte sich auch vorgestern wieder: Die Abwehr ist zu schwach besetzt und es fehlt an Kreativität im Mittelfeld. Und gerade in der Defensive verstehe ich auch die Entscheidungen des Trainers nicht. Warum hält Thomas Doll anscheinend so wenig von Martin Amedick? Die Altherren-Innenverteidigung gestern ließ sich immer wieder locker ausspielen. Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass die Herrn Wörns und Kovac ihren Zenit längst überschritten haben.
Zweitens: Ich habe großen Respekt für die Verdienste von Roman Weidenfeller in den letzten zwei Spielzeiten und deshalb hat er zu Recht einen gewissen Bonus, aber es wird immer offensichtlicher, dass er zur Zeit eine kleine Formkrise hat. Es waren keine echten Patzer dabei - stimmt schon, aber hätte er nicht beim zweiten Tor herauskommen sollen?
Im DSF-Doppelpass war gestern vormittag Katrin Müller-Hohenstein zu Gast, die ich im Sportstudio bisher immer ein bisschen hölzern fand, aber in dieser Sendung war sie die Einzige, die etwas anderes als die üblichen Platitüden von sich gab (ok, Rudi Völler war auch in Ordnung). KMH fragte sinngemäß, warum man in Deutschland eigentlich gleich als Königsmörder gilt, wenn man mal den Torwart wechselt. Warum sollten sich die Torhüter nicht dem Leistungsprinzip unterwerfen müssen? Ein Arsene Wenger bei Arsenal hat damit kein Problem und die stehen in der Premier League ganz oben. Und in Dortmund stimmt die Abstimmung hinten sowieso nicht, da könnte man getrost Marc Ziegler die Chance geben, seine drei Zu-Null-Spiele zu bestätigen.

Ansonsten scheint es Parallelen zum Rückrundenstart der Vorsaison zu geben: Da schlug man unter dem neuen Trainer Röber zuhause die Bayern, um dann ganz heftig abzustürzen. Und auch wenn ich mir nicht erklären kann warum, scheinen die Spieler auch jetzt nach dem Bremen-Spiel wieder einen Gang zurückgeschaltet zu haben. In Berlin stemmte man sich wenigstens noch richtig gegen die Niederlage, in den letzten beiden Partien sah man nur noch Hilf- und Ideenlosigkeit. Wiegt ein Team ein Sieg gegen eine Spitzenmannschaft wirklich zu sehr in Sicherheit oder ist das auch nur so ne Platitüde?
Die Wahrheit ist wohl eher, dass die einzigen ordentlichen Saisonleistungen gegen Cottbus und Bremen vor allem auf die Schwäche des jeweiligen Gegners zurückzuführen waren. Nur in den 'magischen elf Minuten' gegen Werder zeigten die Schwarz-Gelben sich mal von ihrer absoluten Schokoladen-Seite.

Ansprechen muss man auch die Verletzten-Liste. Der BVB-Kader ist in der Breite nicht gut genug besetzt, um die Ausfälle von Frei und Kehl und nun auch Petric und Kringe zu verkraften. Ein Versäumnis der Führung? Des Sportdirektors? Falsche Einkaufspolitik? Ja, aber.
Die finanziellen Möglichkeiten sind eben nach wie vor begrenzt. Und deswegen gehen mir auch die teilweise extrem ungeduldigen Fans vor allem im Westfalenstadion auf die Nerven. Auch wenn ich beim Thema Weidenfeller anderer Meinung bin - bei Schwatzgelb haben sie HIER und HIER dazu Bedenkenswertes gesagt.

Und um mit einer weiteren Fußball-Weisheit zum Ende zu kommen: Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste. Wenn es gegen den 'kleinen Nachbarn' aus Bochum am Freitag erneut eine Niederlage geben sollte, dürfte der Druck auf alle Verantwortlichen, Spieler, Trainer und Führung, endgültig immens werden und es würde alles in Frage gestellt werden - wie gesagt, nur zwei Wochen nach dem 3:0 gegen Bremen.

Freitag, 28. September 2007

Ey Schlägerei!

Die Karlsruher machens vor: Lieber eine zünftige Schlägerei unter Mitspielern als dieser Fußball des Grauens, wie ihn der BVB am Dienstag zeigte. Bei unserem morgigen Gegner gab es vorgestern Stress zwischen Torwart Markus Miller und Bradley Carnell - und das unmittelbar nach dem 1:0-Auswärtssieg des KSC in Frankfurt! Noch auf dem Rasen gingen die beiden aufeinander los und konnten erst von Torwarttrainer Gadinger getrennt werden.
Da fragt man sich natürlich, wie die beiden dazu kommen, anstatt sich, wie sonst in so einer Situation, um den Hals zu fallen. Nach Recherchen von Trainer Edmund Becker entzündete sich der Streit daran, dass sich Carnell während des Spiels mehrmals bei Miller beschwerte, dass dessen Abschläge schlecht gezielt seien. Da wollte ihm der wohl mal zeigen, wie gut er zielen kann... ;-)

Nun, auch wenn dieser Vorfall für die Außendarstellung verheerend sein sollte (Edmund Becker) - ich hätte nichts gegen ein faires Duell Mann gegen Mann, beispielsweise zwischen Roman Weidenfeller und Marc Ziegler, wenn denn morgen ein Sieg rausspringt.
Viel Hoffnung will man sich da angesichts der noch nachwirkenden Bilder vom Dienstag aber nicht machen. Zumal beim KSC außer Andreas Görlitz keine Spieler ausfallen, die normalerweise regelmäßig in der ersten Elf stehen, beim BVB jedoch nun zusätzlich zu Kehl, Frei und Degen auch noch der gesperrte Kringe (wobei mich der "Kicker" gestern in meiner Meinung bestärkte, dass die erste Gelbe zu hart war) und Mladen Petric, zuletzt unser sicherster Torschütze, jetzt mit Muskelfaserriss.
Für Thomas Doll gibt es also kaum Alternativen, kaum die Möglichkeit, etwas an der Elf zu ändern, die gegen den HSV vergeigt hat. Als einzige Hoffnung bleibt also, dass die Appelle des Trainers und von Sportdirektor Zorc an die Ehre der Mannschaft fruchten, und dass die, die morgen im Wildparkstadion auflaufen, selbst etwas zurechtrücken wollen. An irgendwas muss man sich ja festhalten...
(Quellen: SZ 28.9.2007, S. 32; Kicker Nr. 79/2007, S. 14)

Dienstag, 25. September 2007

7. Spieltag / BVB v Hamburger SV 0:3

Diesmal mach ichs wirklich kurz, versprochen! :-((
Thomas Doll wagte heute ein kleines Experiment, brachte Mehmet Akgün aus der 2. Mannschaft als Rechtsverteidiger, damit Kringe auf seiner geliebten Mittelfeldposition spielen konnte. Und es war auch nicht Akgün, der enttäuschte; vielmehr rechtfertigte Kringe die Maßnahme des Trainers in keinster Weise, auch wenn seine Gelb-Rote Karte insofern unberechtigt war, als dass er bei der ersten Gelben wirklich den Ball spielte.

Was gibts sonst noch zu sagen? Der BVB kriegte Rafael van der Vaart eben nicht in den Griff, aber das war nicht der einzige Grund für die desaströse Leistung, von der fast keiner auszunehmen ist. Etwas über dem Schnitt für mich allenfalls Tinga, der wenigstens kämpferisch überzeugte. Roman Weidenfeller war imho am frühen 0:1 nicht direkt schuld: sein Abschlag ging zwar auf den Gegner, aber trotzdem weit genug, um der Abwehr noch Zeit zu einer Reaktion zu lassen. Trotzdem wirkte Weide schon zuvor einige Male unsicher - dafür jetzt eine angebliche Torwartdiskussion verantwortlich zu machen, ist Blödsinn; sowas muss ein Torwart, der Nationalmannschaft spielen will, abkönnen. Im Lauf des Spiels stabilisierte er sich jedoch und war sicher mit am wenigsten schuld an der 0:3-Pleite.

Es lief von vorne bis hinten nicht. Und es zeichnet sich so langsam ab, dass wiederum die Transferpolitik des BVB nicht optimal war:
Wir haben keinen konstanten Spielmacher, keine Nr. 10. Federico ist (noch?) zu schwankend in seinen Leistungen, Petric ist nach den Eindrücken der ersten Spieltage zu sehr Stürmer, tut sich mit der Koordination des Spiels eher schwer - eine Ansicht, die die meisten Schweizer Fußballexperten vertreten haben, die ihn aus seiner Basler Zeit kennen. Für Tomas Rosicky, der natürlich auch seine schwächeren Phasen hatte, ist nach wie vor kein adäquater Ersatz vorhanden - schon blöd, wenn man 4-4-2 Raute spielen will.
Desweiteren brauchen wir dringend einen Top-Abwehrmann. Wörns ist definitiv nicht mehr der Rückhalt, der er vielleicht mal war. Brzenska, der heute das 0:3 verursachte, ist noch nicht konstant genug, bzw. lässt sich schnell von einer allgemeinen Unsicherheit anstecken. Und Kovac war nun einmal kein Ersatz für den fehlgeschlagenen Rozehnal-Transfer. Ich finde, Martin Amedick hat nun mal eine Chance verdient. Warum nicht in Karlsruhe?

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